Das äußere Erscheinungsbild eines Kellners im Restaurant Verfasst am: 18.12.2008, 22:53
Das gilt zunächst für seine Kleidung. Schon die Art der Berufskleidung ist ausschlaggebend. Ob aber der Kellner in einer weißen Jacke , im schwarzen Sakko oder gar im Frack arbeitet, ob die Kellnerin ein schwarzes Kleid aus Tuch oder Satin trägt, ob sie eine kleine weiße Schürze und ein kleines Häubchen hat oder größere Ausführungen bevorzugt, niemals dürfen sie Unkorrektheiten an ihrer Kleidung dulden. Flecke im Anzug oder im Kleid, schmutzige und schadhafte Wäsche, fehlende Knöpfe und ungepflegte Schuhe sind Nachlässigkeiten, die sich stets auf das Urteil, das die Gäste bilden, negativ auswirken müssen. Die Gäste schließen leicht vom Kellner auf den gesamten Betrieb, es entsteht dann eine Atmosphäre des Misstrauens. Hierunter leidet nicht nur das Verkaufsgespräch, sondern auch die Versorgung.
Auch die Körperpflege hat ihre Auswirkungen auf die Gäste, natürlich auch auf den Kellner selbst. Er muss wissen, dass die Reinhaltung des Körpers nicht nur die Gesundheit fördert, sondern auch seine Leistungsfähigkeit steigert. Er wird deshalb darauf bedacht sein, nie mit ungepflegtem Haar, unzureichender Rasur, unsauberen Händen, abstoßendem Körper- oder Mundgeruch seinen Dienst zu versehen.
Natürlich darf man durch übertriebene Hilfsmittel nicht in das Gegenteil verfallen. Kosmetische Mittel sollen nur dann angewendet werden, wenn durch sie der Eindruck einer gediegenen Gepflegtheit entsteht. Ein entscheidender Faktor bei der Leistungsfähigkeit des Kellners ist auch der Gesundheitszustand. Es ist eine feststehende Tatsache, dass sich seine Berufsarbeit unter erschwerenden Verhältnissen vollzieht. In den meisten Fällen ist er von früh bis spät auf den Beinen. Die Luft in den Gaststätten lässt sich auch durch gute Ventilation nicht immer einwandfrei erhalten. Deshalb muss vom Bedienungspersonal eine gute Körperkonstitution verlangt werden. Der Gesundheitszustand wird nicht nur bei der Einstellung des Lehrlings, sondern laufend ärztlich überprüft. Dies gilt auch für die zahnärztliche Betreuung.
Die Haltung des Kellners ist ein weiterer Umstand, der die äußere Erscheinung beeinflusst. Gewiss ist es nicht immer leicht für ihn, während seiner ganzen Dienstzeit diese einwandfreie Haltung zu zeigen. Die Schwere des Berufes drückt sich dann in Ermüdungserscheinungen aus. Der Gesichtsausdruck ist abgespannt, die Füße schmerzen, die Nerven sind leicht reizbar. Was aber folgert der Gast? Er sieht nur den uninteressierten Kellner, er beurteilt ihn als unhöflich, mürrisch und dienstträge. Und doch kann der Kellner durch vorbeugende Maßnahmen für die notwendige Elastizität während der Berufszeit sorgen.
Hierzu gehört die richtige Ausnutzung der Freizeit. Wenn er in seinen freien Stunden Wanderungen unternimmt, wenn er von Jugend an sich dem vielseitigen Sport aktiv widmet, wenn er wöchentlich des öfteren ein warmes Bad oder eine Dusche nimmt, wenn er vor und nach der Nachtruhe seinen Körper durch kalte Abreibungen erfrischt und auch die Unterwäsche oft wechselt, wird er sich wohl fühlen und den Berufsanforderungen gewachsen sein. Vor allem sollten Tabak und Alkohol gemieden werden. Sie bilden für ihn eine schwere gesundheitliche Gefahr, die leider von vielen Menschen nicht ernst genug genommen wird. Erkrankungen der Atmungs- und Verdauungsorgane, Kreislaufstörungen und Nervenzerrüttungen stellen sich als sichere Folgen ein, wenn das Nikotin und der Alkohol den Menschen beherrschen. Hier ist also unbedingte Zurückhaltung geboten. Dann wird sich während des Dienstes die Lebendigkeit und die Frische in seiner Haltung ausdrücken, wie sie die Gäste wünschen.
Neben den bisher erwähnten Faktoren, die den guten äußeren Eindruck des Kellners bestimmen, sind aber auch seine Sprache und seine Sprechweise zu nennen. Mit der Entwicklung eines neuen Bewusstseins bei unseren schaffenden Menschen hat sich auch bei den Kellnern eine neue Einstellung, ein neuer Arbeitsstil gebildet. Sie haben das dienernde, unterwürfige Wesen abgelegt. Das drückt sich auch in ihrer Sprech- weise aus. Sie wissen, dass sie mit einfacher, klarer Sprache und Redeweise von den Gästen am besten verstanden werden. Dabei geben sie ihrer Stimme den Klang auf- richtiger Freundlichkeit, ohne dabei die Grenzen der Lautstärke zu überschreiten oder ins Gegenteil zu verfallen. _________________