Das Handwerkszeug des Kellners Verfasst am: 19.01.2009, 17:28
Sein wichtigstes Stück ist das Tragetuch, das in fachlichen Kreisen unter dem Namen Handserviette bekannt ist. Sie muss stets sauber sein und ist zweckbestimmt, d. h., sie ist als Schutz gegen heiße Platten und Teller gedacht, sie dient zugleich der Schonung des Unterärmels und soll sonst nur noch zum Nachpolieren der Teller, zum Abwischen kleiner Mängel an Gläsern, Geschirr und Bestecken verwendet werden. Deshalb darf sie nie zum Reinigen oder gar als Handtuch benutzt werden.
Grobe Verstöße gegen das Tragen der Handserviette finden wir oft bei Kellnern, die entweder keine fachliche Erziehung genossen haben oder sich gröblich gehenlassen. Sie klemmen das Tuch entweder unter die Achsel oder stecken es wohl auch in die Tasche. Der richtige Platz für die Handserviette ist der linke Unterarm, auf den sie, drei- oder vierfach gefaltet, gelegt wird. Auch darf sie klein-
gefaltet in die Hand genommen werden. Sie wird auf den Servicetisch gelegt, wenn der Kellner vor- übergehend sein Revier verlassen muss.
Zur weiteren Ausrüstung des Kellners gehören noch Kellnermesser, Streichhölzer, z Bleistifte, Zigarrenabschneider und Rechnungsblock. Diese müssen ständig gebrauchsfertig sein, d.h., dass sie sich nicht nur in einem einwandfreien Zustand befinden sollen, sondern der Kellner muss gewohnheitsmäßig wissen, in welchen Taschen er die verschiedenen Dinge trägt. Diesen Ort bestimmt die zweckmäßige Griffbereitschaft und die Häufigkeit der Benutzung.
Das Kellnermesser besteht aus Klinge, Korkzieher und Sektbrecher. Es ist für den Kellner unentbehrlich und hat seinen Platz in der rechten Gesäßtasche Der Zigarrenabschneider, der scharf die Spitze kerbt, oder die Schere, die sie abschneidet, leisten dem Kellner während seiner Berufsarbeit wertvolle Dienste. Ihr Platz ist meist die rechte Gesäßtasche der Hose oder die Westentasche. Die gefüllte Streichholz- schachtel gehört auch dann zur Berufsausrüstung, wenn alle Tische mit Zündhölzern versehen sein sollten. Aufmerksam sollte der Kellner gerade beim Anzünden von Zigarren oder Zigaretten dem Gast zuvorkommen und ihm im richtigen Augenblick das brennen- de Streichholz reichen. Dabei wird er das Zünd-
holz an der Reibfläche zu seinem Körper hin reißen, nicht umgekehrt, weil sonst ein abspringender Zündholzkopf leicht Sengstellen auf der Haut oder Kleidung des Gastes hervorrufen kann. Die Streichholzschachtel gehört in die linke Hosentasche. Verschieden dick geschnittene Korkscheiben, die zum Unterlegen unter die Beine wackelnder Tische dienen, sollte der Kellner stets in seinem Servicetisch vorrätig haben. Der Notiz- und Rechnungsblock leistet bei der Entgegennahme von Bestellungen und beim Kassieren wertvolle Hilfe. Er dürfte seinen ständigen Platz in der linken äußeren Tasche der Jacke haben.
Zwei spitze Bleistifte (keine Kopierstifte) werden stets in der äußeren Brusttasche getragen. Es ist eine grobe Unsitte, den Bleistift hinter das Ohr zu klemmen. Ein Bleistift ist als Reserve gedacht für den Fall, dass ein Gast ihn benötigt.
Wird für die innerbetriebliche Abrechnung ein Bonbuch benutzt, so trägt es der Kellner in der rechten Tasche der Jacke oder des Rockes. Schließlich ist die Geld- tasche mit dem erforderlichen Kleingeld unentbehrlich, während die Geldscheine am besten in der Brieftasche aufbewahrt werden. Gerade der Besitz des notwendigen Wechselgeldes ist für den Kellner der Ausdruck vorsorglicher Verkaufsbereitschaft. Es wirkt unangenehm und hemmend für den Ablauf der Arbeit, wenn der Kellner immer wieder bei den anderen Kollegen, im Büro oder gar in einem Nachbargeschäft einen Schein nach dem anderen wechseln muss. Genauso, wie wir von jedem Kassierer einer Bank verlangen, dass er bei der Auszahlung nicht in Verlegenheit kommt, so wünscht auch der Gast, dass beim Abkassieren keine störenden Wartezeiten entstehen. _________________