Die Aufnahme der Bestellung Verfasst am: 02.01.2009, 13:29
Es erscheint hier angebracht, auf einige Unarten hinzuweisen, vor denen sich jeder Kellner hüten sollte. Beim Verkaufsgespräch ist unbedingt der Gesprächsabstand zum Gast einzuhalten, d. h., dass der Kellner weder zu weit entfernt vom Gast noch ihm zu nahe steht. Im ersten Falle kann die Verständigung nur in doppelter Lautstärke erfolgen, was aber unbedingt die ruhige Atmosphäre der Gaststätte stören würde. Im zweiten Fall dürfte das vielleicht ins Ohr geflüsterte Wort als eine Vertraulichkeit aufgefasst werden, die sich nicht gehört und als Taktlosigkeit bezeichnet werden muss.
In die Reihe dieser Entgleisungen gehören noch das Vorbeisehen am Gast während des Gespräches, das Vergraben der Hand in der Hosentasche, das Anlehnen an den Tisch, das Verschränken der Arme oder gar das Hinsetzen auf einen Stuhl.
Es soll hier unter keinen Umständen übertriebenen gesellschaftlichen Formen das Wort geredet werden. Viele Anschauungen haben sich geändert, und gerade durch unsere fortschrittliche Gesellschaftsordnung sind in dem Verhältnis der Menschen untereinander und zu ihren leitenden Kollegen auffallende Wandlungen eingetreten. So ist auch die Einstellung des Gastes zum Kellner, der oft unter schweren Arbeitsbedingungen schafft, anders geworden. Er ist nicht mehr der dienstbare Geist, der von oben herab behandelt wird, sondern ein vollwertiges und gleichberechtigtes Glied der Gesellschaft. Das berechtigt aber keineswegs, dass sich der Kellner gehenlassen darf, dass er z. B. in der Nähe der Gäste vernehmlich ins Taschentuch schnäuzt, dass er sich mit der Handserviette den Schweiß abwischt, dass er mit vollem Munde die Gäste unterhält oder gähnend und uninteressiert am Serviertischlehnt, dass er unaufgefordert sich in Gespräche der Gäste einschaltet oder mit lauter Stimme seine Kollegen an die Ausgabe ruft. Gerade in unserer Gesellschafts- ordnung gilt der Grundsatz, dass der gute Kellner freundlich und aufmerksam, taktvoll und ehrlich, sauber und gewissenhaft seine Arbeit verrichtet. Es ist einleuchtend, dass kein Mensch fehlerfrei ist. Es ist aber ebenso selbstverständlich, dass bei auf- tretenden Mängeln und Unzulänglichkeiten der Kellner sich höflich entschuldigt. und für die Abstellung solcher Fehler eintritt. _________________