Die verschiedenen Arten der Gaststätten und Hotels Verfasst am: 03.01.2009, 00:30
Je nach den Bedürfnissen der Menschen in bezug auf Ernährung, Wohnung, Kultur, Bekleidung, Hygiene und Verkehr sind im Laufe der Zeit ganz bestimmte Arten von Gaststätten entstanden. Es kommt darauf an, diese Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse durch eine hohe Gaststättenkultur zu befriedigen und gleichzeitig die ökonomischen Aufgaben zu lösen.
Das Wesen der Gastronomie wird durch ihre Dienstleistungsfunktionen bestimmt, die u. a. auch die Erhöhung und Verbesserung des Speisenumsatzes beinhalten. Die Verpflegungsfunktion, d. h. die Versorgung der Bevölkerung mit abwechslungs- reichen, nahrhaften, preisgünstigen und nach den Grundsätzen einer gesunden Ernährung zubereiteten Speisen und Getränken, ist die wichtigste Aufgabe des Gaststättenwesens.
Um das Wohnbedürfnis zu befriedigen, wurden Gaststätten entwickelt, die der Erfüllung einer weiteren wichtigen Aufgabe dienen: der Beherbergung, die in enger Beziehung zum Fremdenverkehr steht. Die spezielle Aufgabe des Hotelwesens besteht darin, den Gästen, d. h. sowohl den aus beruflichen Gründen außerhalb ihres Wohnortes befindlichen Werktätigen, wie auch Urlaubern, Touristen, anderen Reisenden und insbesondere auch den ausländischen Gästen, den Aufenthalt an dem jeweiligen Ort so angenehm wie möglich zu gestalten.
Zu den erwähnten Funktionen kommen weitere Aufgaben hinzu, die sich aus den Bedürfniskomplexen Bekleidung, Hygiene und Verkehr ergeben undals Komplementärdienste bezeichnet werden. Dazu rechnen Instandhaltungs-, Reparatur-, Aufbewahrungs-, Ausleihdienste, Fahrzeugpflege, Nachrichtenüber, mittlungen, Leistungen zur Körperpflege u. a. m.
Danach werden die Einrichtungen des Gaststättenwesens wie folgt unterschieden:
nach der Art der Versorgungsaufgabe:
Einrichtungen zur Versorgung in den Wohngebieten,
Einrichtungen zur Versorgung in den Betrieben,
Einrichtungen zur Versorgung in den Einkaufs- und Kulturzentren,
Einrichtungen zur Versorgung im Rahmen des Fremdenverkehrs;
ÜBERNACHTUNGSGASTSTÄTTEN
Die bedeutendste Art im Hotelwesen ist das Hotel. Es ist ein Betrieb von gehobenem Niveau mit entsprechender baulicher Gestaltung und Einrichtung seiner Räume. Je nach Einwohnerzahl und Lage (Industrie, Verkehrsknotenpunkt) des Ortes verfügt es über eine entsprechende Anzahl Fremdenbetten. Das Hotel soll für den allgemeinen, öffentlichen Gebrauch mindestens eine Halle oder ein Lese- und Schreibzimmer als Gesellschaftsraum und einen vorwiegend den Hotelgästen dienen- den Eß- und Frühstücksraum besitzen.
Das Hotelgebäude muss den heutigen Anforderungen in fachlicher, technischer und sanitärer Hinsicht Rechnung tragen.
In fachlicher Hinsicht muss geschultes Personal mit einer guten Berufsausbildung vorhanden sein; einige der Beschäftigten müßten sprachkundig sein. Für die Auskunfterteilung und Zimmeranweisung bei Ankunft und Abreise der Gäste muss ebenso gesorgt sein wie für den Nachtdienst.
Technische Mindestanforderungen sind: das Vorhandensein einer Zentralheizung, elektrische Beleuchtung in allen Teilen des Hotels, Lichtruf- oder Klingelanlage für die Bedienung in jedem Gästezimmer, Fernsprecher und Zimmertelefone. Auch sollte den Gästen die Möglichkeit geboten werden, Radio zu hören und Fernsehübertragungen anzusehen.
Sanitäre Mindestanforderungen sind: hygienisch einwandfreie Toiletteneinrichtungen, eine ausreichende Anzahl Badezimmer, die Einrichtung von fließendem Warm- und Kaltwasser. Die Ausstattung der Fremdenzimmer muss den heutigen Ansprüchen an Bequemlichkeit, Wohnlichkeit und Sauberkeit nachkommen.
Der Gasthof ist eine Art des Hotelwesens, die einfachen Ansprüchen genügen soll; er ist fast ausschließlich mit Schankbetrieb verbunden. Wir finden ihn häufig in kleinen Städten und in Orten der ländlichen Bezirke, bisweilen auch in den Außenbezirken der Großstädte.
VERPFLEGUNGSGASTSTÄTTEN
Im Vergleich zu den Übernachtungsgaststätten ist die Mannigfaltigkeit bei den Verpflegungsgaststätten größer. Neben den Speisegaststätten, die in überwiegender Anzahl ihren Gästen auch Getränke aller Art anbieten, treffen wir auch Schankgaststätten an, bei denen das Speiseangebot eine unter- geordnete Rolle spielt.
Die für die gastronomische Versorgung unserer Bevölkerung wichtigste Gaststätte ist das Speiserestaurant, das in gut eingerichteten Räumen in täglichem Wechsel Speisen in guter Auswahl anbietet und gepflegte Getränke jederzeit bereithält.
In vielen Fällen werden in den Betriebsgaststätten den Werksangehörigen mehrere Gerichte zur Auswahl angeboten. Die bisher noch bestehenden „Werkküchen" müssen zu diesen Betriebsgaststätten umgestaltet werden. Die Betriebsgaststätte fasst alle auf dem Betriebsgelände liegenden Küchen mit Speisesälen, die zentralen Vorbereitungsküchen und alle Ausgabestellen zusammen. Sie hat zu garantieren, dass den Werktätigen eine vollwertige, abwechslungsreiche und sättigende Ernährung gesichert und damit die Reproduktion der Arbeitskraft gewährleistet wird.
Eine neue Art auf dem gastronomischen Gebiet hat sich in der jüngsten Zeit verstärkt herausgebildet: die Selbstbedienungsgaststätte. Das gilt vor allem für die an Verkehrszentren, in Industriegebieten und in Ausflugsorten gelegenen Gaststätten. Während die Selbstbedienung den Gästen den Kauf der geforderten Getränke und Speisen am Ausgabeschalter bzw. am Büfett ermöglicht oder durch direkte Entnahme aus Umlaufkühlvitrinen und Automaten gestattet, wird die Teilselbstbedienung so organisiert, dass entweder der Empfang bestimmter Speisen (z. B. kalte Speisen) auf dem Selbstbedienungswege erfolgt oder dass nur in einem Teil der Räumlichkeiten der Gaststätte dieses neue Bedienungssystem durchgeführt wird.
UNTERHALTUNGSGASTSTÄTTEN
Die Unterhaltungsgaststätten sind in der folgenden Übersicht zusammengestellt. Die erwähnten Einrichtungen sind Stätten, in denen unmittelbar im Zusammenhang mit Darbietungen, die der Unterhaltung der Gäste dienen, auch Speisen und Ge- tränke abgegeben werden. Dadurch, dass die genannten Unterhaltungsgaststätten im allgemeinen auch mit einer Bühne ausgestattet sind, bietet sich die Möglichkeit, Tanzfestlichkeiten, Bühnenschauen, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen mit kulturpolitischen Aufgaben durchzuführen.
In einem Kaffee werden die Gäste oft durch Musik unterhalten und haben wohl auch die Möglichkeit, nach den rhythmischen Weisen einerKapelle zu tanzen ( Tanzkaffee ). Steht in dem Kaffee ein größeres und ständig auf dem laufenden gehaltenes Angebot an schöngeistigen Büchern, Zeitschriften und Zeitungen dem Gast zur Verfügung, so hat man es mit einem Lesekaffee zu tun. In einem Kinokaffee haben die Gäste Gelegenheit, von ihren Tischplätzen aus Filmdarbietungen zu sehen.
Übersicht über die gastronomischen Betriebe
Zu den verschiedenen Arten der Hotels und Gaststätten wäre noch zu bemerken, dass sie selten ausschließlich ihrem bekundeten Zweck dienen denn den Übernachtungsstätten ist z. B. in der Regel auch eine Schankgaststätte angeschlossen. Saalgeschäfte wiederum sind, wie bereits erwähnt, nicht nur Unterhaltnng:gaststätten, sondern sie bieten ihren Gästen auch Speisen und Getränke an. Entscheidend für die Beurteilung und Eingruppierung solcher Gaststätten ist der Betriebszweck. Auch innerhalb der einzelnen Gaststätten wird es stets Unterschied,: in der Größe, der Ausstattung, der Bedienung usw. geben, die sich in ihrer Gesamtheit auf die Preisgestaltung der angebotenen Speisen und Getränke auswirken müssen. Dabei gibt es in den Zentren der Großstädte auch gastronomische Einrichtungen, bei denen in einem Gebäude mehrere Gaststättenarten als Teile des Gesamtbetriebes vereinigt sind.
DIE BETRIEBSRÄUME
In allen angeführten Gaststätten sind die Voraussetzungen für eine gute Bedienung zu organisieren. Das trifft zunächst auf die Betriebsräume zu. Je nach Art und Charakter des Hauses muss der Betrieb über Räume verfügen, die so ausgestaltet sein sollen, dass die Gäste immer wieder gern einkehren. Selbstverständlich darf die Einrichtung dieser Räume ein flottes Bedienen nicht behindern. Dies könnte durch lange Wege von der Anrichte bis zum Gast geschehen, durch unübersichtliche Räume, durch schlechte Tischanordnung, durch unhandliches Geschirr oder durch fehlerhaften Fußbodenbelag. Die erste Voraussetzung also, die es bei der Errichtung einer Gaststätte für einen guten Arbeitsablauf zu beachten gilt oder die schon bei in Betrieb befindlichen Gaststätten mit wenig Geldmitteln durch einige organisatorische Änderungen und durch Anschaffungen zu erfüllen ist, liegt in der Durchgliederung der Betriebsräume. _________________