Die Vorbereitungen auf die tägliche Arbeit Verfasst am: 12.12.2008, 21:44
ÜBERPRÜFUNG DES KÖRPERS
Da die äußere Erscheinung des Kellners einen mitbestimmenden Einfluss auf die Stimmung des Gastes, auf den Verkaufserfolg und auf den Ruf der Gaststätte ausübt, muss der Kellner darauf bedacht sein, alles zu tun, um diesen Erfolg vorzubereiten.
Das soll natürlich nicht heißen, dass er übertreibt; denn alles Extravagante ist schädlich.
Dem Haarschnitt des Kellners gilt oft der erste Blick des Gastes. Deshalb müssen die Haare sorgfältig gepflegt werden. Jedoch muss an dieser Stelle vor dem über- mäßigen Einölen und Einfetten mit starkriechenden Substanzen gewarnt werden. Selbstverständlich wird der Kellner dafür sorgen, dass seine Haare gut anliegen und ihm nicht etwa ins Gesicht herabhängen; denn dann ist ein häufiges Kämmen unvermeidlich, wobei die ausgekämmten Haare leicht den Anzug verunreinigen. Un- angenehmer wirkt aber noch, wenn der Kellner die herabhängenden Haare mit den Fingern aus dem Gesicht herausstreicht. Dadurch verfetten die Hände, und es besteht die Gefahr, dass sogar Haare in die Speisen fallen.
Sorgsam muss der Kellner aber auch den Mund pflegen. Dadurch erhält er sich die Zähne bis in sein hohes Alter. Gründliches Putzen der Zähne mit einer desinfizierenden Zahnpasta, regelmäßiges Gurgeln und Ausspülen mit Mundwasser beseitigen auch einen etwaigen üblen Mundgeruch, der auf die Gäste immer abstoßend wirkt.
Die tägliche Rasur gibt dem Kellner besonders dann ein frisches Aussehen, wenn er es versteht, die Gesichtshaut mit Gesichtswasser oder guter Krem zu pflegen. Auch die Hände dürfen nicht vernachlässigt werden, wobei die Fingernägel besonders gründlich zu reinigen sind. Desgleichen dürfte es für jeden Kellner selbstverständlich sein, dass er während des Dienstes Ringe und anderweitigen Schmuck ablegt.
Die Füße des Kellners haben für die Ausübung seines Berufes eine große Bedeutung. Der Kellner ist während seiner Dienstzeit fast pausenlos auf den Füßen. Gesunde Füße zu haben heißt also, dass die berufliche Arbeit leichter getan werden kann. Während durch häufige Fußbäder die unangenehmen Erscheinungen des Schweißfußes bekämpft werden, sind zur Gesunderhaltung der Füße Massagen und Fußpflegemittel anzuwenden. Blutstauungen, Venenentzündungen, Muskelkrämpfe und Krampfadern lassen sich durch vorbeugende Mittel vermeiden. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Verhinderung des Senkfußes.
Hat er sich trotzdem herausgebildet, kann nur orthopädisches Schuhzeug die Verschlimmerung des Leidens verhindern und Schmerzen lindern. Besonders unseren Serviererinnen sei an dieser Stelle der Rat gegeben, sich für die Dauer ihrer Arbeitszeit bequemes Schuhwerk anzuziehen. Wichtig für die körperliche Frische sind Ganzbäder. Dem gleichen Zweck dienen auch die Duschen. In vielen Gaststätten wurden bereits Duschanlagen für die Angestellten geschaffen.
ÜBERPRÜFUNG DER KLEIDUNG
Bevor der Kellner seinen Dienst beginnt, muss er — und das hat täglich zu erfolgen — seine Kleidung gründlich kontrollieren und lüften. Jeden Morgen soll die Kleidung gut ausgebürstet werden. Etwaige Flecke müssen mit Fleckwasser oder anderen be- kannten Reinigungsmitteln entfernt werden. Lose Knöpfe werden wieder festgenäht, fehlende Knöpfe sind zu ersetzen. Auch das Oberhemd wird nochmals überprüft, wobei besonders die Manschetten und der Kragen kontrolliert werden. Dass die Socken oft gewechselt werden müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Das gilt vornehmlich für die Kellner, die unter schwitzenden Füßen leiden. Die weiblichen Be- dienungskräfte werden ebenfalls ihre Kleider, ihre Schürzen und Häubchen einer sorgfältigen Kontrolle unterziehen. Jetzt noch einen kritischen Blick auf die Schuhe! Sind sie geputzt? Haben sie noch gerade Absätze?
DIENSTANTRITT
Als dritter Faktor, der die persönliche Vorbereitung abschließt, ist der pünktliche Dienstantritt zu nennen. Wenn Krankheit oder andere Umstände ein Fernbleiben vom Dienst oder ein späteres Erscheinen rechtfertigen, muss der Betrieb vorher benachrichtigt werden. Anderenfalls leiden nicht nur die Ordnung und die kollektive Zusammenarbeit, sondern die Verkaufsbereitschaft in der Gaststätte wird gleich- falls beeinträchtigt.
In den meisten Fällen kleiden sich die Kellner erst in den Umkleideräumen des Betriebes um. Dann müssen sie sich natürlich etwas früher einfinden. Nun noch einen prüfenden Blick in den Spiegel oder eine gegenseitige Kontrolle durch die Kollegen! Der Dienst kann beginnen. _________________