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ludwig







Dier Arbeit des Zimmerkellners
Verfasst am: 05.05.2009, 02:44

Es ist die Aufgabe des Zimmerkellners, den Gast in seinem Zimmer ebenso gut, genauso schnell und auf gleich gediegene Weise zu bedienen, wie es sonst in den Gast- räumen geschieht. Er muss daher stets daran denken, dass neben ihm kein weiterer Kellner vorhanden ist, der ihm bei Auftragszusammenballungen hilft, der während

seiner Abwesenheit für ihn einspringen kann. Es ist auch kein Oberkellner da, der ja im Restaurant stets in der Nähe ist; es steht ihm ebenfalls kein Geschäftsführer oder Objektleiter zur Seite, der eventuelle Wünsche der Gäste weiterleiten kann. Der Zimmerkellner ist allein auf sich angewiesen, also ein vollständig selbständiger Arbeiter. Das Vergessen einer einzigen Gabel, eines Löffels, Tellers usw. verursacht oft erhebliche Störungen und bringt größeren Zeitverlust mit sich, als die Bedienung des ganzes Mahles in Anspruch nimmt. Der Schwerpunkt der Arbeit eines Zimmerkellners liegt in den Vorarbeiten, die es ihm einzig und allein ermöglichen, ein großes Arbeitspensum, wie es besonders beim Morgenfrühstück auf dem Zimmer der Fall ist, zu erledigen.

Um seinen Aufgaben in jeder Beziehung gerecht zu werden, ist in den einzelnen Etagen ein Office vorhanden; nur in kleineren Betrieben wird die Bedienung der Zimmergäste vom Restaurant aus erfolgen.

Als erste Bedienungsarbeit des Tages wird stets der Service des Zimmerfrühstücks vorkommen, das der erfahrene Kellner schon vor den Bestellungen ausreichend vorbereitet hat. Das für den Service erforderliche Tragebrett ist bereits so weit ein-

gedeckt, dass bei erfolgter Bestellung nur noch die warme Tasse, die gefüllte Kaffeekanne sowie Butter und frische Brötchen eingestellt bzw. etwaige Sonderwünsche berücksichtigt zu werden brauchen. Das Tragebrett wird nun mit der linken Hand, auf der inneren Handfläche ruhend, oberhalb der Schulter, und zwar frei, d. h. nicht auf die Schulter gestützt, getragen.

Bei der Zusammenstellung der Serviceteile auf dem Tragebrett muss für eine gleich- mäßige Verteilung der Masse gesorgt werden; bei sehr beladenen Brettern soll die Hauptmasse entweder direkt über der Handfläche oder auf der dem Körper zugewendeten Seite des Brettes liegen, da man so leichter das Gleichgewicht hält, als wenn der Schwerpunkt auf der Außenseite wirkt. Beim Aufheben des Servierbrettes benutzt man beide Hände und nimmt die rechte Hand erst dann fort, wenn das Gleichgewicht hergestellt ist. Beim Gehen um die Ecke darf dem Auftragbrett nicht etwa ein Schwung gegeben werden, sondern der Körper muss sich mit dem Brett gleichmäßig drehen; dabei wird der vorsichtige Kellner sogar die rechte Hand als Stütze verwenden.

Bei Aufnahme der Bestellung hatte der Zimmerkellner bereits genau Umschau gehalten, wo er das Servierbrett nachher abstellen kann, um den Tisch einzudecken; denn dieser ist vielfach mit allerlei Gegenständen beladen.

Ist das Abräumen dieser Dinge nicht möglich oder nicht erwünscht, so ist ein kleiner Abstelltisch einzustellen, wenn das Hotel nicht über fahrbare Serviertische verfügt. Auf Gepäckstücke sollte das Tragebrett nicht abgestellt werden.

In den meisten Fällen frühstücken die Gäste unmittelbar vom Servierbrett. Deshalb genügt es, das Brett auf den mit einem Tischtuch bedeckten Tisch aufzustellen. Das setzt voraus, dass die auf dem Servierbrett eingestellten Gegenstände griffbereit und zweckmäßig angeordnet sind.

Sind es mehr als z Gäste, die auf einem Zimmer ihr Frühstück einnehmen wollen, so ist entsprechend dem Restaurantservice einzudecken. Die erforderlichen Arbeiten müssen schnell und korrekt durchgeführt werden. Zwischen dem Eindecken und dem Service darf kein langer Zwischenraum liegen. Deshalb ist das überlegte Arbeiten so wichtig!

Soll für mehrere Personen in einem Zimmer eine Mahlzeit serviert werden, so ist außer dem Tisch für die Gäste auch noch ein Serviertisch mit ausreichenden Bestecken, Tellern usw. vorzubereiten. Dabei dürfen sich jedoch nicht zuviel und vor allem nicht unnötige Gegenstände auf diesem Tisch häufen, da diese Dinge ein schnelles Arbeiten verhindern. Im allgemeinen hat nur der Zimmerkellner das Recht, das Zim- mer zu betreten; das Ein- und Ausgehen von anderen Kellnern bei der Bedienung muss vermieden werden.

Wenn die Gäste ein Essen wünschen, das aus mehreren Gängen besteht, so werden die einzelnen Speisen nicht erst dann serviert, wenn sie angefordert werden, sondern sie werden gemäß dem Tempo, in dem die Gäste essen, ohne besondere Aufforderung gebracht.

Beim Zimmerservice ist gedankliches Arbeiten erstes Gebot. Ebenso wie der Restaurantkellner nie an die Speisenausgabe oder zum Büfett gehen sollte, ohne das benutzte, herumstehende Geschirr abzuräumen, darf der umsichtige Zimmerkellner gebrauchtes, nicht mehr nötiges Geschirr nicht im Zimmer stehen- lassen oder etwa im Gang vor dem Zimmer abstellen.

Nachdem die Gäste gespeist haben, wird der nun gerufene Zimmerkellner restlos alle Gegenstände, die für den Service in Frage kamen, abräumen. Das Tischtuch wird entweder mit der zusammengefalteten Handserviette abgewischt oder so zusammen- gelegt, dass die darauf liegenden Krumen nicht auf den Teppich oder den Boden fallen. Die auf den Tisch gehörige Tischdecke, die selbstverständlich vor dem Eindecken abgenommen, sorgfältig zusammengelegt und beiseite getan worden war, ist wieder aufzulegen, so dass der ordnungsgemäße Zustand des Zimmers wiederhergestellt ist.
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Tags: zimmerkellner, aufgaben, bedienen, gast, kellner, abräumen

 
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